Was führt ihr im Schilde? Ein Erklärungsversuch zur Problematik der Schildzeichen des spätrömischen Heeres

Marko Jelusic
Provinzialrömische Archäologie — Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Das römische Heer des 4. und 5. Jh. n. Chr. beherrschte trotz eines von immer neuen äußeren und inneren Krisen erschütterten Reiches immer noch das Mittelmeer, große Teile Europas und des Vorderen Orients. Doch trotz der ehemals starken Präsens und der aus ihr nicht schlechten resultierenden heutigen Quellen- und Materialbasis, gibt es nach wie vor Bereiche, über welche wir nur wenige oder fast keinerlei Kenntnisse besitzen. Ein solches Forschungsdesiderat stellen die spätrömischen Schildzeichen mit ihrer Symbolik dar, obwohl sie aus der damaligen Perspektive von äußerster Wichtigkeit gewesen sein müssen. Gerade die immense Bedeutung des Schildes, wie sonst, wenn nicht mit dem Schild, unterschied man feindliche von den eigenen Soldaten? Gaben bestimmte Symbole einen Rückschluss auf einen Status oder zeigen die auf Silberschalen, Elfenbeinarbeiten und Reliefs überlieferten Schilde ausschließlich frei erfundene Motive? Anhand weniger ausgewählter Beispiele, sollen diese Fragestellungen weitergehend erläutert werden.